Wie funktioniert das Abwiegen mit der Mehrkopfwaage?
Das Prinzip der Mehrkopfwaage wurde vor etwa 60 Jahren entwickelt. Seitdem hat sich dieses Wiegesystem in der Industrie, vor allem in der Verpackung von Waren, etabliert. Genauer bezeichnet wird diese als Mehrkopfkombinationswaage oder Teilmengenwaage. Die Funktionsweise ist denkbar einfach: Es werden über die Zufuhr Teilmengen des Zielgewichtes in Waagschalen hinein dosiert. Diese Teilmengen werden durch Addition zum Zielgewicht miteinander kombiniert. Auf diese Weise lassen sich Zielgewichte exakt ermitteln und in hohen Taktzahlen ausgeben. Mathematisch betrachtet ergeben sich bei einer 10-köpfigen Waage 2 hoch 10, also 1024 Kombinationsmöglichkeiten.
Kann man das System zu einer Verpackungslinie erweitern?
Für eine Verpackungslinie wird ein Dosierer oder industrielle Wägesysteme benötigt. Je nach Produktivität der Verpackungsmaschine kommen dabei in den häufigsten Fällen Mehrkopfwaagen zum Einsatz. Bei entsprechender Leistung einer Wiegemaschine (zum Beispiel mit 14 Köpfen), kann diese über einen Verteilerbehälter sogar zwei Verpackungsmaschinen wie eine Schlauchbeutelmaschine mit Produkt bedienen. So lässt sich eine vorhandene Verpackungslinie mit einer einzigen Waage erweitern.
Was sind die Vorteile einer Mehrkopfwaage?
Die einzelnen Systeme sind durch ihre kreisförmige Architektur und einfache Zufuhr relativ kompakt und benötigen nicht wesentlich mehr Stellfläche als eine Linearwaage. Die Geschwindigkeit und Genauigkeit sind bei einer Mehrkopfwaage jedoch wesentlich höher als bei Linearwaagen, selbst bei mehrbahnigen Anlagen. Wenn man eine 14-köpfige Kombinationswaage und eine 4-bahnige Linearwaage miteinander vergleicht, kommt man auf Taktleistungen von über 100 Wiegungen/min im Vergleich zu 30 Wiegungen/min. Die Wiegetoleranz bei einem Zielgewicht von 100 g beträgt unter 1 g im Vergleich zu +/- 5 g bei Linearwaagen. Ein Nachteil ist der wesentlich höhere Reinigungsaufwand bei Mehrkopfwaagen gegenüber Linearwaagen.
Was kostet eine Mehrkopfwaage?
Die Kombinationswaagen beginnen mit mindestens 8 Köpfen und können maximal mit 32 Wägebehältern ausgestattet werden. Einfache 10-Kopf-Systeme beginnen – abhängig von Behältervolumen, Produktausführung und Zubehör – typischerweise bei etwa 30.000 Euro netto. Voll ausgestattete Hochleistungssysteme können deutlich über 100.000 Euro kosten. Im Betrieb sind Mehrkopfwaagen sehr genügsam. Die meisten Modelle benötigen keine Druckluft, sie haben einen geringen Stromverbrauch, sind sehr wartungsarm und haben so gut wie keine Verschleißteile. Dadurch rechnet sich ihr Einsatz bereits bei geringerer Auslastung auch für kleinere Unternehmen.
Wie schnell kann die Anlage/Maschine verpacken?
Verpackungsanlagen im Hochleistungsbereich nutzen Systeme mit 24, 32 und mehr Köpfen. Mit diesen Anlagen werden Taktleistungen bis 200 Beutel/min erreicht. Schnelle Anlagen mit bis zu 100 Takten/min benötigen Anlagen mit 14, 16 oder 20 Wiegeeinheiten. Mit einer 10-köpfigen Mehrkopfwaage und einer passenden Verpackungsmaschine erzielt man eine Produktivität bzw. Geschwindigkeit von bis zu 60 Takten/min.
Ist die Maschine Wartungsintensiv? Wer macht die Wartung?
Eine Mehrkopfwaage hat einen sehr geringen Wartungsaufwand. Im regelmäßigen Turnus wird eine Sichtkontrolle an allen Zuführrinnen, wie der Produktzufuhr, und Behältern durchgeführt. Kontrolliert wird bei der Zuführung, dass die Befestigungsteile und Sicherungsschrauben fest sitzen. Des Weiteren sind kleine Plastiklager an den Behältern auf Verschleiß zu prüfen. Dieser wird jedoch nur bei aggressiven Produkten, so zum Beispiel bei Zucker, auftreten. Bei den meisten Produkten unterliegt eine Mehrkopfwaage so gut wie keinen Verschleißerscheinungen. Wichtiger sind die regelmäßigen Backups der Produktionsdaten und der hinterlegten Programme. Im Falle eines Ausfalls des Bedienpanels können diese so schnell und verlustfrei wieder hergestellt werden. Wartungsaufgaben können leicht vom Bediener übernommen werden.
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